Ein Rentner ist aus einem Pflegeheim ausgerissen und nimmt eine Schulklasse als Geisel, um für die Forderung nach Menschenrechten auch für alte Leute Aufsehen zu erregen. Seine heftigen Attacken werden unterbrochen von träumerischen Rückerinnerungen oder kindischen Comic-Phantasien. Die Kommandogruppe bundesdeutscher Rentner entlarvt er selbst als Bluff, um anschließend die Schüler als Bundesgenossen zu umwerben. Das Stück will junge Menschen mit den Problemen alter Menschen bekannt machen, mit ihrer Isolation, ihrer Sexualität, ihren Träumen, ihrem Haß, ihrem Vergreisen und Sterben. So kann die Aufführung vielleicht einen Beitrag leisten zu dem Dialog zwischen den Generationen.
Autor: Per Christian Jersild, aus dem Schwedischen von Hildegard Bergfeld, Verlag
Autorenagentur, Ffm.
Das Wichtigste in Kürze:
Animationstheater für Jugendliche (und Senioren)
Thema: Alter und Einsamkeit
Zuschauerinnenzahl: 1 oder 2 Klassen
Alter: 15 bis 20 Jahre
im Klassenraum der Klasse
Dauer: 40 Minuten
Öko-Tarif möglich
Wiederaufnahme: 26.3.93
Besonderes: keine Ankündigung für die Schüler, Senioren als Gäste einladen
Publikum:
eine einzige Schulklasse und Senioren
Alter: 15 bis 20 Jahre
Zahl: Mindestens 10 Personen, höchstens 50 Personen.
Raum:
in einem Klassenzimmer. Kein Podest, keine Bühne, keine Verdunkelung erforderlich.Raum
zum Schminken und Umkleiden mit Waschbecken in der Nähe des Klassenzimmers ist ab 60
Min. vor der Vorstellung erforderlich.
Dauer:
mit Diskussion zwei Schulstunden, also 90 Minuten
Werbung:
1 Plakate A2 (Fotokopie) zum Aushang vorher im Lehrerzimmer, hinterher zur Erinnerung in der Klasse, Begleitmaterial, Presseinformation, Pressenotiz gratis
zusätzliches Werbematerial auf Bestellung, gegen Berechnung:
Plakat A2 Fotokopie 3.- DM
Begleitmaterial 3.- DM
Fotos 5.- DM
Videodokumentation Ausleihe 5 Tage 5.- DM
Unterkunft / Catering:
1 EZ, vorzugsweise privat (sofern im Vertrag vereinbart), kleine Erfrischung angenehm
Öko-Tarif: Öko-Tarif möglich
Besonderes:
keine Ankündigung für die Schüler; Senioren, Kollegen, Presse etc. sollten vorher von einer Person empfangen werden und werden gemeinsam 3 Minuten nach Beginn in die Klasse gebeten; Senioren sollten eingeladen werden
Ein Rentner klagt an
Rentner-Kommando besetzt Schule
"Eine lustige halbe Stunde" geht tief unter die Haut.
"Eine lustige halbe Stunde" von Per Christian Jersild, übersetzt von Hildegard Bergfeld ist keinesfalls eine Aneinanderreihung von Gags, wie der Titel vielleicht vermuten läßt. Bei aller heiterer Grundstimmung macht das Stück betroffen und nachdenklich. Es spricht viele Themen an: von Einsamkeit über Sexualität und Gewalt bis zu Tod.
Ein Rentner, gespielt von Stefan Kuntz (46 Jahre), ist aus einem Pflegeheim ausgerissen und nimmt eine Schulklasse als Geisel, um für die Forderung nach den UNO-Menschenrechten auch für Altersheim-Bewohner Aufsehen zu erregen. Die 'Kommandogruppe bundesdeutscher Rentner' entlarvt er selbst als Bluff, um dann die (automatisch mitspielenden) Schüler zu Freunden zu gewinnen, sie würden nämlich in der gleichen Abhängigkeit von den produktiven Erwachsenen stecken.
Junge Menschen mit den Problemen alter Leute bekannt zu machen, ist die Absicht der Aufführung. Diskussionen sollen ausgelöst und so Vorurteile abgebaut werden. Vielleicht kann die Aufführung einen Beitrag leisten zu dem viel beschworenen Dialog zwischen den Generationen.
Die Aufführung ist eine Überraschung für die Schüler, denen der Besuch des Theaterdilldopps
vorher nicht mitgeteilt wurde. Die anschließende Diskussion, in der einige Senioren für den
ersten Dialog zur Verfügung stehen, zeigt, daß die Schüler diese Art der Überraschung
willkommen heißen.
Copyright des Fotos bei : Ingrid Kalina
Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 13. Juni 1997